35. Business Breakfast in Essen: Digital Supply Chain und Informationsmodellierung

Das 35. Business Breakfast am 8. Mai zu den Themen Digital Supply Chain und Informationsmodellierung stieß auf große Nachfrage am Standort Essen, wo Standortleiter und CEO Axel Helbig die Eröffnungsrede hielt: Die Supply Chain ist grundsätzlich ein „alter Hut“ und existierende Praxis in Unternehmen. Der digitale Transfer ist zugleich allgegenwärtig, aber nicht definiert und nicht umsetzbar als feste Größe. „Da brauchen wir fünf Millionen“ wird die Aufgabe Digitalisierung erfahrungsgemäß nicht lösen, so Axel Helbig. Die Berater von foryouandyourcustomers erleben den digitalen Wandel als kontinuierliche Aufgabenstellung, die einen Zeitpunkt der Fertigstellung nicht kennt. Das Unternehmen muss sich fortwährend und immer zügiger an Marktveränderungen anpassen können.

Das Business Breakfast teilte sich auf in mehrere Frühstücks- und Networking Runden, zwei Hauptvorträge von Stephan Müller und Stefan  Berner, die durch eine kleine aber intensive Diskussionsrunde beendet wurden.

Stephan Müller – Datenmodell Schmerzen

Stephan Müller, Mitglied der Geschäftsleitung der foryouandyourcustomers Gruppe, hielt den ersten der zwei Vorträge an diesem Tag zum Thema „Digital Supply Chain“. Müller zeigte die „rasante Entwicklung“ in den Erwartungen von Kunden Informationen über Unternehmen zu finden, oder zum Wettbewerb zu wechseln. Die Loyalität von Kunden immer wieder zu gewinnen bedeutet Awareness, Evaluation, Purchase und Use konstant zu halten. „Wir konfrontieren unsere Kunden mit 129 aktiven Touchpoints“ berichtete Müller, „und diese Kanäle haben je ein Gegenstück im Unternehmen“.

 

Thomas Hutmacher

Die Frage an die über 30 TeilnehmerInnen des Events, welcher Standardwert an Kanälen in der Praxis angetroffen wird, beantworteten Teilnehmer mit 5 bis 70 Kanälen. Stephan Müller bestätigte „auf 70 bis 90 Kanäle kommt man relativ schnell“. In diesen Kanälen bewegen sich Daten über Produkte, Kunden, Mitbewerber und Mitarbeiter. Diese Kanäle gilt es zu pflegen mit Daten zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und im richtigen Kontext, auch wenn nicht alle Kanäle vom Unternehmen steuerbar sind. Hiermit ist laut Stephan Müller die Aufgabenstellung der Digital Supply Chain bereits umschrieben.

 

Werner Spengler

Müller bestätigte die einleitende Aussage von Axel Helbig, Investitionsvolumen gleich zu setzen mit Digitalisierung führe nicht zum Ziel. Denn mit steigenden versteckten Kosten rechnen die meisten Unternehmen nicht und so erkennen sie erst „Millionen später, dass es so nicht weitergeht“. Im Endeffekt sollte die Nachhaltigkeit im Kundenerlebnis im Vordergrund stehen und nicht eine einmalige Marketing Performance.

 

„Die Entwicklung der Digital Supply Chain muss eine Kernkompetenz werden“ – Stephan Müller

Wie den meisten nicht bewusst ist: „Digitalisierungsprojekte sind maximal zu einem Viertel Software Projekte. Der Rest sind Businessthemen.“ erklärte Stephan Müller. Die Digitalisierung an sich muss Abteilungsgrenzen überwinden, denn nur so kann ein attraktives, effizientes und nachhaltiges Kundenerlebnis wirklich realisiert werden.

 

Stefan Berner – Informationsmodellierung

„Missverständnisse“ und ihre Überwindung als Business-Aufgabe stand im Zentrum des Vortrags von Stephan Berner über Informationsmodellierung: Der Techniker, Berater und Buchautor begann mit der Klarstellung, dass Information ohne Kontext nicht möglich ist. Stefan Berner präsentierte sein adaptiertes Business-Modell und zeigte, dass sich alle Unternehmensbereiche in diesem wiederfinden und erklärte die Wichtigkeit einheitliche Begriffe abteilungsübergreifend zu definieren:

„Das Verständnis für Zusammenhänge, die über Grenzen hinweggehen, führt zu Qualität.“

 

„Die modellierte Informationslandkarte liefert den anwendenden Organisationen für lange Zeit eine stabile Grundlage für Prozessmodellierung und Umsetzung in IT und Business“ schloss Stefan Berner seinen Vortrag mit eindrucksvollen Beispielen aus seiner Praxis.

 

Axel Helbig

Im Anschluss gingen Axel Helbig, Stefan Berner und Stephan Müller auf Detailfragen und Anliegen der Zuhörer ein, was in einer spannenden interaktiven Diskussionsrunde endete. Daraus ging zum Beispiel hervor, das die ersten Befürworter für eine Informationsmodellierung häufig aus der IT kommen, das man ein solches Projekt idealerweise aus der Mitte des Unternehmens anstößt, und das durch Problemlösungen häufig ein „Ach so!“ Effekt angestoßen wird, welcher für weiteren Rückenwind für die Modellierung sorgt.

 

Das Abschließende Wort hatte Axel Helbig, der die Diskussionsrunde moderierte, in der das große Interesse der Gäste zu spüren war. Insgesamt war das erste Business Breakfast in den neuen Räumen in Essen sehr erfolgreich, was wir aus dem sehr positiven Feedback unserer Gäste schließen.

 

Die Gäste

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für diesen sehr informativen und netten halben Tag bei schönem Wetter, angenehmer Atmosphäre und last but not least – leckeren Frühstückshäppchen.