Business Breakfast mit Stibo Systems zum Thema Produktdaten-Qualität

Der Andrang beim 15. Business Breakfast von foryouandyourcustomers war groß. So groß, dass man vom Münchener Office ausnahmsweise in das Café Reitschule ausgewichen war. Knapp 40 Teilnehmer kamen zum gemeinsamen Event von foryouandyourcustomers München und Partner Stibo Systems. Thema war Produktdaten-Qualität mit PIM und CMS.

»Da Data Quality für uns im Moment ein großes Thema ist, hole ich mir hier wichtige Anregungen für unser zukünftiges Vorgehen. Von besonderem Interesse ist für mich dabei der Vortrag von Simon Walker«, sagte Christian Schmidt, Globus SB, im gut besuchten Café Reitschule. Bis zum Vortrag von Simon Walker musste sich der Prozessmanager aber noch ein wenig gedulden. Den Auftakt im Café Reitschule machte an diesem Tag Andreas Drexhage, PIM-Experte von foryouandyourcustomers Düsseldorf.

»Gedanken zur Datenqualität im PIM-Umfeld und wie man diese steuern kann« stellte der 50-Jährige Drexhage dabei an und führte die Gäste durch seinen unterhaltenden Vortrag spielerisch leicht in seine Thematik ein. Als Warm-up erklärte der Senior Consultant beispielsweise den Unterschied zwischen strukturierten und unstrukturierten Daten anhand des Beispiels eines Sessel, der bei zwei unterschiedlichen Internetshops zum Verkauf angeboten wird.

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Die Darstellungen im Kanal Webshop unterschieden sich auf den ersten Blick nicht wesentlich, die Auswirkungen auf die Datenhaltung seien aber fundamental, so Drexhage. Die Messung der Qualität von unstrukturiertem Fließtext ist viel schwieriger, als wenn die Daten strukturiert und feingranular abgebildet würden. Auch bei strukturierten Daten gebe es jedoch keinen allgemeingültigen Qualitätsbegriff, da die Verwendung der Daten in der ungewissen Zukunft oft vernachlässigt würde.

Der 50-Jährige präsentierte den Gästen sein Modell von fünf Dimensionen, in welchen, aus seiner Sicht, Datenqualität gemessen werden kann. Je nach Kontext ist eine andere Gewichtung zwischen den Dimensionen Vollständigkeit, Wahrheit, Flexibilität im Einsatz, Zugriff und tiefe Wartungskosten angebracht, da das Erreichen der Dimensionen ressourcenintensiv ist. Wird beispielsweise Zeit darauf verwendet, um den Wahrheitsgehalt von Daten zu verifizieren, kann nicht gleichzeitig die Vollständigkeit überprüft werden. Oder eine flexible Verwendung von Daten bedingt feingranulare Strukturen, die aber nur mit hohen Erstellungskosten erreicht werden können.

Mit welchen Metriken die einzelnen Dimensionen gemessen werden können, damit befasste sich anschließend der zweite Teil des Vortrages von Andreas Drexhage. Auch hier sei, laut Drexhage, entsprechende Kontextsensitivität angebracht, da bei jeder Ausgangslage andere Metriken sinnvoll seien. Man solle sich nicht von Datenqualitäts-Statistiken blenden lassen und beim Aufbau eines Qualitätssystems am besten mit einem kleinen, überschaubaren Fall beginnen und sich iterativ an eine passende Lösung herantasten, um zufriedenstellende Ergebnisse zur Messung der Datenqualität erreichen zu können, so das Fazit des PIM-Experten.

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Natürlich erwartete die Event-Gäste nicht nur Wissensvermittlung seitens anerkannter Experten aus den jeweiligen Bereichen. In den Pausen, am gut gefüllten Frühstücksbuffet, blieb wie immer ausreichend Zeit und Raum, sich auszutauschen, im Gespräch mit Branchenkollegen neue Impulse und Ideen zu sammeln, einmal über den Tellerrand des eigenen Unternehmens hinwegzusehen. »Wir möchten den Teilnehmern unserer Breakfast-Reihe nicht nur spannende und nützliche Inhalte für das eigene Business bieten, sondern ganz wichtig ist uns auch, dass wir darüber hinaus einen angenehmen Rahmen zum Networken schaffen«, sagte Jens Plattfaut, Geschäftsführer foryouandyourcustomers München.

Um den Pflegeaufwand in Content-Management-Systemen ging es im Anschluss im Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Ziegler, Professor für Informations- und Content Management an der Hochschule Karlsruhe. Seine wissenschaftlichen Arbeiten mit Praxisbezug behandeln das Thema Datenqualität in Content Management Systemen. Konkret dreht es sich dabei um die Erhöhung der Effizienz. Das von seiner Forschungsgruppe entwickelte Modell ermöglicht es, Inhalte in sogenannten Content-Trees abzubilden und zu identifizieren, welche Elemente der Baumstruktur in den Ausgabedokumenten wie häufig wiederverwendet werden können.

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Der Grad der Wiederverwendbarkeit und die damit verbundenen Kostenersparnisse stehen im Mittelpunkt der Methodik von Wolfgang Ziegler. Dieses Modell wurde auch bereits in einer Applikation realisiert, die mit CMS-Systemen verbunden werden kann. Screenshot von Auswertungen konkretisierten die theoretischen Ausführungen und die Teilnehmer des Breakfasts konnten sich lebendig vorstellen, wie dies ihre Arbeit mit der Datenqualität vereinfachen könnte.

Warum Datenqualität wichtig ist, erklärte Simon Walker vom Partner Stibo Systems während seiner darauffolgenden Präsentation. Dass der Wandel zum digitalen Business nicht nur der Konkurrenz wegen, sondern auch zum Überleben des eigenen Unternehmens entscheidend ist, spielte in seinen Ausführungen eine gewichtige Rolle. Anhand anschaulicher Fallbeispiele aus der Praxis zeigte er den Gästen zudem die Vorteile und Bewertung von Data Quality auf. Einer von insgesamt drei hochinteressanten Vorträgen, wie David Bernhardt, BSH Hausgeräte GmbH, befand: »Ich habe schon viel von Stibo gehört und konnte durch die Vorträge an zahlreiche Parallelen aus der Vergangenheit anknüpfen.« Und Christian Schmidt fügte an: »Die Veranstaltung fand unter tollen Rahmenbedingungen statt, war für mich sehr positiv und hat mir sehr viel Spaß gemacht.«

Zum Abschluss des Breakfasts fasste Andreas Drexhage noch einmal die Überschneidungen und Gemeinsamkeiten der Vorträge zusammen. Speziell im Nutzen, der Häufigkeit sowie der Reduzierung der Überflüssigkeit von Daten knüpften die Sprecher in ihren Vorträgen aneinander an. Für das nächste Business Breakfast im Sommer lud Jens Plattfaut am Ende noch einmal alle Anwesenden herzlich ein.