foryouandyourcustomers beim 9th Annual Meeting des Swiss Finance Institute

Mensch oder Technologie? In der Frage, worin das Schweizer Bankwesen in Zukunft investieren soll, herrschte beim gut besuchten Forum im Bocken Estate Einigkeit: Wenn man konkurrenzfähig bleiben möchte, dann müssen beide Bereiche konsequent gestärkt werden, waren sich die Teilnehmer von Banken, Industrie und Dienstleisternbeim SFI-Event sicher.

Denn wenn eine Technologisierung eintritt, dann ist diese sowieso zu 90 Prozent von Menschen abhängig, sagte einer der Keynote Speaker des Abends. Bereits zum neunten Mal veranstaltete das SFI sein Annual Meeting in Horgen. Das Talentmanagement im Bankwesen war dabei ebenso ein Thema wie die Notwendigkeit einer Multichannel-Strategie. Jonathan Möller präsentierte vor Ort das Multichannel-Modell von foryouandyourcustomers und unsere »Channel OPERA«-Methode.

»Technologie und Human Resources, das sind zwei Schlüsselfaktoren für das Schweizer Bankwesen der Zukunft«, sagte Organisator, Prof. Paolo Vanini vom Swiss Finance Institute (SFI) zur Themenauswahl des neunten Forums. Aus diesem Grund wurde der Event in zwei Bereiche aufgeteilt.

Auf der einen Seite standen diverse People Sessions. Dort wurde der Mensch als Arbeitskraft in das Zentrum gestellt. Themen der Vorträge waren unter anderem die strategische Personalauswahl innerhalb von Banken, Weiterbildungsmöglichkeiten parallel zu technologischen Veränderungen innerhalb des Unternehmens, Anreizmechanismen für Arbeitskräfte etc. Referate auf der einen Seite, Präsentationen teils mit Workshop-Charakter auf der anderen Seite. »Die technologischen Fortschritte und Veränderungen überrennen die Banken förmlich, deshalb ist für mich besonders der technische Aspekt am heutigen Tag von Interesse«, sagte einer der Teilnehmer.

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In sieben Sessions präsentierten Experten nicht nur neuste Technologietrends, sondern gingen dabei auf deren Bedeutung, Funktionsweisen und Anwendungsmöglichkeiten für ein erfolgreiches Business ein. »Wir wollten den Teilnehmern auch zeigen, dass es durchaus innovative Banken gibt und ebenso, dass sich eine Zusammenarbeit mit Dienstleistern aus anderen Bereichen lohnen kann«, sagte Organisator Paolo Vanini. Zu den innovativen Banken zählten die Veranstalter unter anderem die UBS. Andreas Kubli, Head of Multichannel Management & Digitization, referierte dann auch beim Event darüber, wie Multichannel das Wealth Management der UBS mittlerweile erreicht hat.

Traditionelle Bankhäuser werden gefordert

»Gerade im Multichannel-Bereich sitzen viele Banken noch im Sandkasten, da haben wir riesigen Nachholfbedarf«, sagte ein Teilnehmer des Referates von Jonathan Möller. Und das liegt nicht allein an den 162 Kanälen über die ein Unternehmen laut Möller mit dem Kunden in Berührung treten können. »Banken sind sehr traditionell auf das Anbieterdasein ausgerichtet. Vielen fehlt die Kundensicht auf ihr Angebot, die Fähigkeit Kundenbedürfnisse zu verstehen und zu berücksichtigen«, sagte im Anschluss an den Vortrag ein anderer Teilnehmer. Jonathan Möller, erfahren in der strategischen Beratung und dem Coaching von Banken, erklärte den Besuchern deshalb nicht nur das Modell für erfolgreiches Multichannel von foryouandyourcustomers, sondern auch die »Channel OPERA«-Methode. Dabei handelt es sich um eine Workshop-Form, mit der Unternehmen das Kundenverhalten analysieren, verstehen und optimieren lernen.

Auf dem Podium wurde kontrovers diskutiert. Fotos mit freundlicher Genehmigung des SFI.
Auf dem Podium wurde kontrovers diskutiert. Fotos mit freundlicher Genehmigung des SFI.

Abschluss der halbtägigen Veranstaltung war eine spannende Podiumsdiskussion mit den Gesprächsgästen Maurice Zufferey, Managing Partner bei Spencer Stuart Switzerland, Norman Schürhoff vom Swiss Finance Institute und Senior Chair Professor of Finance an der Universität Lausanne, Ulrich Voss, General Manager für Central & Eastern Europe von Avaloq und Holger Spielberg, Head of Innovation bei der Credit Suisse. Es war eine Runde, bei der die Experten verschiedene Ansätze und Überlegungen kontrovers diskutierten. Es zeigte sich, dass das Banking vor einem großen Wandel steht. Viele potenziell disruptive Start-ups mit neuen kundenzentrierten Geschäftsmodellen drängen auf den Markt. Damit werden alt eingesessene traditionelle Bankhäuser zunehmend zum Umdenken gefordert.