Wie Sie mit »Mobile Search Suggestions« sich selbst und Ihre Kunden schneller zum Ziel bringen

Vor einigen Wochen hörte ich Maurice Jongerius, Leiter im Bereich Mobile bei bol.com, über die wachsende Bedeutung von mobilen Geräten in ihrer Multichannel-Umgebung sprechen. Ähnlich wie bei den meisten anderen Händlern auf dem Markt erlebte bol.com im Jahr 2013, dass rund 30% aller Besuche über Smartphones (15%, +8% gegenüber 2012) und Tablets (18%, +8% gegenüber 2012) kamen. Ein genauer Blick in das Nutzerverhalten ergab, dass drei Viertel der Smartphone-Nutzer bereits wussten, was sie wollten, als sie auf die Website kamen.

Das bedeutet, dass die Suche eine Schlüsselrolle beim mobilen Angebot spielt. Die Suche kann die Benutzer direkt zum gesuchten Produkt bringen, allerdings kann sie auf einem mobilen Gerät auch sehr mühsam sein. Je länger die Eingabe der Suchanfrage über die kleine Touchscreen-Tastatur dauert, desto schlechter ist das Benutzererlebnis. Um also die Konversionsrate im mobilen Kanal zu verbessern, müssen wir Wege finden, um Besucher schnell und effizient durch den Suchprozess zu führen und sie Produkte finden lassen, die sie bereit sind zu kaufen.

Bol.com hat eine 40% höhere Konversion durch mobile Suchvorschläge

Suchvorschläge sind bei der E-Commerce-Suche am Desktop sehr beliebt. Fast jeder Online-Händler bietet Vorschläge bei einer Suche nach Stichwörtern, Marken, Produkten und manchmal auch anderen Inhalten auf seiner Website. Die Vorteile wie der schnellere Zugriff auf relevante Inhalte, weniger Tippen und weniger Rechtschreibfehler überzeugte die Händler. Doch bei mobilen Versionen sind Suchvorschläge noch sehr selten zu sehen. Das ist überraschend, denn die Vorteile bringen eine noch größere Wirkung in der Konversion in diesem Kanal. Bol.com gab beispielsweise bekannt, dass die Einführung von Suchvorschlägen in ihrer mobilen Version zu einem Anstieg um 40% im Umsatz führte. 40%! Wo sonst bekommt man eine solche Steigerung?

Dass Suchvorschläge eine große Chance für Ihren mobilen Kanal bringen versteht sich. Die Frage ist, wie eine solche Lösung aussehen sollte. »Mobile Design Patterns« für Ihre Suchvorschläge können Ihnen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und eine gute Benutzererfahrung zu verwirklichen. Hier drei Beispiele für Entwurfsmuster auf mobilen Geräten und deren Anwendung in mobilen Shops.

Suchvorschläge an den verfügbaren Platz anpassen – Beispiel de Bijenkorf

In vielen Implementierungen am Desktop wird der verfügbare Platz nicht vollständig genutzt und die Vorschläge sind zu klein für die hohe Bildschirmauflösung. Die gegenteilige Herausforderung gibt es im mobilen Kanal. Manche Implementierungen benötigen zu viel Raum und können daher auf kleinen Bildschirmen nicht vollständig angezeigt werden. Das bekannte niederländische Kaufhaus de Bijenkorf dient als gutes Beispiel für eine vielfältige Multichannel-Such-Strategie. Die mobile Version zeigt nur die drei wichtigsten Keywords und die drei wichtigsten Produkte, während die Desktop-Version fünf von jeder Sorte zeigt. Wenn der Benutzer zum Beispiel auf einem iPhone-Bildschirm tippt, sind die wichtigeren Stichwörter im sichtbaren Bereich und die Produkte weiter unten.

 

Die mobilen Suchvorschläge auf debijenkorf.nl
Die mobilen Suchvorschläge auf debijenkorf.nl

Die erforderliche Eingabe reduzieren mit tap-ahead – Beispiel Amazon.com

In manchen Retail-Umgebungen, zum Beispiel in der Medien-Suche, kann die Zahl der möglichen Stichwort-Vorschläge sehr hoch sein. Der Benutzer hat eine Menge Text zu schreiben bevor er den richtigen Vorschlag findet. Stellen Sie sich beispielsweise eine Suche nach »Harry Potter und die Kammer des Schreckens« auf Amazon.com vor. Der Benutzer muss mindestens 13 Zeichen (»Harry Potter«, inklusive Leerzeichen) eingeben, bevor er den gewünschten Buchtitel in den Vorschlägen sieht. Greg Nudelman, Autor von »Designing Search«, schlug ein neues Design-Pattern vor, um dieses Problem anzugehen: tap-ahead. Die Funktion von tap-ahead ermöglicht es dem Benutzer, die Eingabe mit »ha« zu beginnen, »Harry Potter« bei den Vorschlägen zu finden und mit dem Tippen auf das Pfeil-Symbol in das Suchfeld zu kopieren (siehe Screenshot). So spart man rund 10 Tastatur-Anschläge. Es bleibt nur die Frage, wie man dieses neue Design-Muster intuitiv umsetzen kann. Ob der Pfeil nach rechts bei Amazon für die Nutzer intuitiv ist, muss noch getestet werden. Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass der Pfeil nach links bei Bol.com intuitiver ist. Aber wie immer gibt hier ein A/B-Test mehr Einblicke darüber.

Beispiel für eine Implementierung von tap-ahead auf Amazon.com.
Beispiel für eine Implementierung von tap-ahead auf Amazon.com.

Übliche Rechtschreib-Korrekturen direkt anzeigen – Beispiel Walmart.com

Rechtschreibfehler sind auf mobilen Geräten sehr häufig. Die meisten Implementierungen schaffen es nicht nicht, Rechtschreibvorschläge korrigiert anzuzeigen, dabei sind sie sehr nützlich, um Besucher nicht zu verlieren. Walmart.com hat eine mobile Lösung, die Stichworte und Kategorien vorschlägt, auch wenn es einen Schreibfehler in der Abfrage gibt. Im Beispiel unten spart der Anwender einige zusätzliche Tastatur-Anschläge, die er für eine Korrektur bräuchte.

Walmart.com zeigt häufige Rechtschreib-Korrekturen in der mobilen Suche an.
Walmart.com zeigt häufige Rechtschreib-Korrekturen in der mobilen Suche an.

Fazit

In mobilen Kanälen spielt die Effektivität der Suche eine sehr wichtige Rolle. Gute Suchvorschläge, speziell für den mobilen Kanal entworfen, machen die mobile Suche und somit die Berührungspunkte des Kunden bequemer und haben einen positiven Einfluss auf die Konversion und Kundenzufriedenheit.

Brauchen Sie Unterstützung bei der Steigerung Ihrer Such-Konversion und Kundenzufriedenheit? Treten Sie mit mir oder uns in Kontakt!

Quellen